Emblem   QUEENSLAND / BUSCH 

Queensland Flagge

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Hier ist erstmal die Beschreibung, die wir schnell am Telefon mitgeschrieben hatten. Man bedenke, wir waren ja in Brisbane und mussten noch ca. 250 km fahren.

Richtung Ipswich, Warwick (Sydney), (nicht Stanthorpe)
Industrial Estate ab (vom Highway)
nach ein paar Metern rechts T-Kreuzung
dort links (Cherrabah, KiKas...)
nach ein paar Metern rechts
Unterführung - 10 km - 2 Schulen (Bratw. School), links Grenn....)
nächste linke Seite Casley Line, T-Kreuzung rechts,
500 m Schild, Baum "Albert" - Gate (Tot)
rechte Seite Farmhaus, nicht - Gate
steil den Berg hoch (1. Gang),
ganz oben!

Da kenne sich einer aus!

Wir tanken und fahren los. Es ist ca. 14.30 Uhr. Wir wissen nicht genau wie wir zu dieser Wegebeschreibung starten sollen. Sigrid hatte nur gehört "nicht nach Stanthorpe abbiegen", aber wo dieses Schild sein soll........keine Ahnung! In Ipswich, Warwick, oder wo? Wir irren in Ipswich herum, dann fahren wir Richtung Warwick und landen auch auf dem Highway (Warwick 116 km). Wir müssen uns beeilen, da wir schon viel Zeit verloren haben und es bald dunkel wird. Es geht durch Gebirge und Wald, eine Unwetterfront zieht auf, die ziemlich beängstigend aussieht. Aber da sind wir gleich durch, war nur ein kurzer Regenschauer. Ja, und dann sind wir in Warwick, rechts geht`s nach Stanthorpe, links zum Industrial Estate. Wir fahren links, denn wir sind uns sicher, das muss das Schild "nicht nach Stanthorpe abbiegen" sein. Als nächstes kommen wir zur ersten T-Kreuzung, wir fahren rechts, links, rechts, aber es kommt keine Unterführung. Nach einigem Rumsuchen, versuchen wir an einer Telefonzelle nochmals die Leute anzurufen, aber es klappt nicht. Also, nächster Versuch! An der T-Kreuzung links, rechts und da ist auch die Unterführung. So, nun 10 km fahren, dann müssen 2 Schulen kommen.
Wir fahren 12 km, 14 km, 16 km, die Strasse ist inzwischen ein Weg, ungeteert, die Sonne geht unter. Ich denke von rechts kommt wieder ein Unwetter, es sieht bedrohlich aus, aber es tauchen keine Schulen auf. Wir haben das Auto von innen verriegelt, ich fahre ganz langsam. Ich denke mir, dass in dieser Einöde keine Schulen sein können und kriege ganz schön Muffe, aber doch ist es irgendwie aufregend.

Anmerkung von Sigrid um 16.04 Uhr "Ich habe Durst! Es wird gleich dunkel. Wahrscheinlich sterben wir bald!" (Hihi)
Wir halten ein Auto an und fragen den Aussie, der sagt 3 miles left, wäre eine Schule. Aber war auch falsch, wie sich herausstellen sollte. Also fahren wir zurück nach Warwick, es ist stockdunkel. An einem Motel fragen wir, ob wir mal telefonieren dürfen. Der nette Mann wählt sogleich die Nummer und Sigrid spricht nochmals mit den deutschen Leuten im Busch, dann lasse ich mir den Weg erklären. Es stellt sich heraus, dass wir in Warwick nicht auf den Industrial Estate, sondern erstmal Richtung Stanthorpe fahren müssen (und wir suchen hier blöd rum....)
Nun geht`s los, nochmal 60 km bis Stanthorpe und da ist dann auch das Schild, an dem wir nicht abbiegen sollen. Ab hier klappt es gut mit der Beschreibung und wir fahren in den Busch. Der Weg ist schlecht. Wir sind im tiefsten finsteren Wald und fürchten uns. Am meisten haben wir vorm Aussteigen Angst, denn wir wissen, da kommen 2 Gates und wir haben nur Sandalen an und nackte Beine.........grusel, deswegen denken wir natürlich, dass wir sofort von Spinnen, Schlangen und Skorpionen angefallen werden in der Dunkelheit.
Das erste Gate erscheint im Lichtkegel. Aufblendlicht, Luft holen, Türen auf, gleichzeitig raus, am Gate gerüttelt, Todesangst...., endlich ist es offen. Ich fahre durch, Sigrid schliesst es wieder und hetzt ins Auto, wo wir sofort die Türen verriegeln. Mensch, sind wir todesmutig. Das gleiche Spielchen wiederholen wir beim 2. Gate und haben es doch glatt überlebt. Dann müssen wir den Berg hoch, es wird immer steiler. Ich fahre Schritt-Tempo, aber das Auto schleift trotzdem auf. Ich mache mir bald vor Angst in die Hose. Es ist stockdunkel und wir haben keinen Plan wo wir uns da im Wald befinden. Wir denken, bloss nicht stehenbleiben, keine Panne haben. Keine von uns Beiden wäre je ausgestiegen. Der Weg ist gerade mal so breit wie ein Auto. Keine Ahnung, wie weit das seitlich in die Tiefe geht.
Ich sage grade, dass hier doch kein Mensch wohnen kann und wir sicherlich falsch sind, da endlich kommen wir oben an.
Vier Leute kommen heraus und dazu ein riesiger bellender Hund, der im Eiltempo auf das Tor zurennt, welches gerade von einer Frau geöffnet wird. Ich fahre in den Hof hinein und mir ist ganz schlecht wegen des Hundes. Ich muss dazu erwähnen, dass ich panische Angst vor Hunden habe und schon immer hatte. Also, was passiert? Ich kriege meine Panik und hab mich einfach nicht unter Kontrolle. Ich lasse nicht mal Sigrid aussteigen, denn der Hund könnte ja zu mir ins Auto springen. Ich sass seit 12 Stunden am Steuer, die Fahrt, die Verwirrungen, der dunkle Wald, das unwegsame Gelände, die Angst im Nacken und jetzt auch noch der Hund, dass war einfach zuviel für mich. Jeder beteuert mir, dass der Hund nicht beisse, aber ich kann einfach nicht aussteigen. Es ist so schlimm, dass ich anfange zu heulen und lieber alleine in der Nacht die ganze Strecke wieder runterfahre, ehe ich hier bleibe.
Irgendwann steige ich dann doch aus, wir begüssen uns und ich merke, dass der Hund, ein Dobermann namens Rex, mich gar nicht beachtet. Adrian und Michaela sind total nett und das andere Paar ist grade hier zu Besuch, sie wohnen weiter unten im Tal. Der Abend wird noch so lustig, wir trinken einiges und langsam fällt die Spannung von mir ab. Wir sitzen noch bis 3 Uhr morgens.

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